Ian Mont

VERÄNDERTE ZUSTÄNDE DER SEELE

Naúfragos en el Mediterráneo (Diptico)

Bildnerische Arbeit

Fragmente des Körpers und der Erinnerung

Die hier präsentierten bildnerischen Werke sind Überreste einer Praxis, die von Intuition, Schmerz und der symbolischen Beobachtung der Umgebung geprägt ist. Sie wollen die Welt nicht darstellen, sondern aufreißen. Es gibt Körper, Landschaften und Abstraktionen, aber auch Gesten des Widerstands, Anspielungen auf den Expressionismus und einen ständigen Willen zum Ungleichgewicht. Farbe und Material funktionieren als emotionale Sprachen, die die Form rekonstruieren — und manchmal sabotieren.

IMG_20181224_162752

Das Exil und die verlorenen Werke haben meine Arbeit nicht beendet – sie haben sie ausgebrütet. Aus diesem Schweigen heraus habe ich zur Malerei zurückgefunden und in Fotografie und Technologie eine neue Allianz gefunden, um als Künstler weiterzuwachsen.

Künstlerstatement

Meine Arbeit bewegt sich zwischen Erinnerung, der Zerlegung von Symbolen und der Poetik der Ränder. Als bildender Künstler arbeite ich hauptsächlich mit Malerei und Fotografie, habe meine Praxis jedoch in jüngster Zeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz und die Wiederentdeckung vergessener Archive ausgeweitet: alte Fotografien von Migranten, Familiendokumente, Bilder, die einst einen intimen Platz einnahmen und heute wie Geister im Netz zirkulieren.

Das Exil – am eigenen Leib erfahren – durchzieht mein Werk als wiederkehrende Achse. Ich erkunde Verlust, zerbrochene Identität und die Spannung zwischen Zugehörigkeit und Entwurzelung. Mich interessieren Zeichen, die eine Gesellschaft verwirft: zerrissene Flaggen, besprühte Mauern, zerstörte Porträts. In meinen neuesten Arbeiten ist KI kein Ziel, sondern ein Mittel, um zeitliche Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Durch die Kombination von digital generierten Bildern und Archivfragmenten konstruiere ich Kompositionen, die das Reale, das Mögliche und das Geträumte in Frage stellen.

Ich arbeite an der Grenze – nicht nur geografisch, sondern auch symbolisch – und genau dort versuche ich, dem Verschwiegenen eine Stimme zu geben, aus der Bruchstelle heraus Schönheit zu schaffen und einen Raum für unbequeme, aber notwendige Kontemplation anzubieten.